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Kindergartenfotografie

„Die Kindergartenfotografie – ein Markt mit unerschöpflichem Potential“. Klingt doof… ist aber so. Schaut man sich in seiner näheren Umgebung um, so findet man auf Anhieb duzende von Kindergärten. Jedes Jahr steht für diese wieder die Frage im Raum, welchen Fotografen soll man denn nehmen? Den vom letzten Jahr, aus Bequemlichkeit (… und so schlecht war er ja wieder auch nicht), oder einen von denen, die einen wöchentlich mit Anrufen bombardieren, oder mit Mustermappen totschlagen wollen.

Dies erfährt man, wenn man sich mit Kindergartenleitungen unterhält, oder ganz zufällig mit einer verheiratet ist. 😉

Offensichtlich ist dieser Markt sehr lukrativ, denn nicht nur die Fotografen aus der näheren Umgebung buhlen um jeden Kindergarten, sondern auch große Kinder- und Schulfotografen – Agenturen prahlen damit, wie „fröhlich, frech, witzig und einfühlsam“ sie doch sind. Gibt man bei google nur mal Kindergarten Fotograf Raum Ulm ein, findet man eine schier endlose Liste an Fotografen.

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Gelegentlich bekomme ich auch Anfragen, meistens von Bekannten, ob ich nicht bei Ihnen im Kindergarten fotografieren will. Ich finde Kindergartenfotografie ein sehr schwieriges Gebiet. Man soll möglichst viele Kinder in einem möglichst kurzem Zeitraum in möglichst vielen Posen ablichten. Dazu kommen dann noch Geschwisterbilder, Gruppenaufnahmen und in manchen Fällen mit Elternteilen, oder den Großeltern. Einerseits verständlich, damit man den laufenden Kindergartenbetrieb nicht zu lange aufhält.                                                                                       Aber!!! Sollte man sich normalerweise nicht die Zeit nehmen, um auf die Kinder wenigstens ein bißchen einzugehen, damit sie möglichst locker und natürlich fotografiert werden können. Vielleicht hat ein Kind Angst und braucht etwas Zeit, Zeit die bei einer 5min – Taktung  oft nicht bleibt.

Anstatt dessen zwingt man die Kinder sich auf irgendwelche Strohballen mit komischen kleinen Gartenzäunen davor, oder quietsch bunten Hintergründen mit achso komischen Aksesuars platz zu nehmen, um ihnen in wenigen Augenblicken ein Lächeln abzuzwingen.

Deshalb wollte ich bei meinem letzten Shooting in Ulm alles ein klein wenig anders machen. Außer einer Lichtanlage in einem normalen Gruppenraum habe ich nichts groß aufgebaut, ich habe die vorhandenen Spielsachen verwendet, denn diese sind den Kindern bereits vertraut. Einen Hintergrund habe ich auch nicht aufgebaut, ich wollte die Tiefe des Raums dazu nutzen, einen möglichst unscharfen Hintergrund zu bekommen. Einzig etwas Licht im Hintergrund habe ich noch aufgebaut, um eine helle Stimmung hin zu bekommen.

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Eine wirkliche zeitliche Taktung habe ich mir auch nicht gesetzt, bei manchen Kinder bekommt man relativ schnell gute Bilder zu Stande, bei anderen dauert es eben ein bißchen. Und wenn ein Kind einfach nicht will, dann ist das eben so, dann sollte man das akzeptieren, vielleicht will es ja am nächsten Tag. Dies den Eltern zu erklären, steht dann wieder auf einem anderen Blatt, denn schließlich hat jeder ja das Vorzeigekind schlechthin. Für manche Fotografen geht da natürlich auch Kohle flöten, deshalb lieber ein schlechtes Bild abgegeben wie gar keins.

Klar ist bei der Kindergartenfotografie wie in allen anderen Gebieten der Fotografie vieles Geschmacksache, vielleicht gefällt auch vielen Eltern ihr Kind in einer nachgebauten Dschungelwelt, oder auf Strohballen, meine Welt ist das nicht. Wie hier im Blog schon öfter erwähnt, finde ich weniger ist oft mehr…

Dies bringt mich auch noch zum letzen Teil der Kindergartenfotografie. Was bieten die Fotografen den Eltern? Zumindest werde ich das immer gefragt. Ein großes Portrait, vier kleine Portraits, 6 Sticker, eine Gruppenaufnahme, Geschwisterbilder, gerne auch als Tassenaufdruck…Diese Varianten verschieden kombiniert, etc. etc. etc., eine schier endlose Liste an Möglichkeiten. Und die Daten, wenn Oma auch mal ein Bild haben will, die hat man dann immer noch nicht. Ich habe das so gehandhabt, dass jeder die Bilder seiner Kinder vorher sehen konnte, wer wollte konnte eine CD kaufen, bei der alle Bilder in voller Auflösung in Farbe und Schwarz-Weiß drauf waren. Jeder Kunde konnte dann damit machen was er wollte, ich finde das eine faire Sache…

Wichtig, und nicht zu vergessen ist die schriftliche Genehmigung, die Kinder fotografieren zu dürfen!!!

 

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